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Faire KI in der Lehrlingssuche: Warum der Mensch zählt

Wir zeigen, wie KI im Recruiting unfaire Bewertungen verursachen kann – auch wenn sensible Merkmale nicht direkt abgefragt werden. Wir erklären, warum menschliche Kontrolle bei der Lehrlingssuche wichtig bleibt und weshalb sich Lehrberuf.info für faire Chancen junger Bewerber:innen einsetzt.
Veröffentlicht am 07.10.2026
Zwei Jugendliche sitzen bei einem Bewerbungsgespräch für eine Lehrstelle einer Personalverantwortlichen gegenüber. Auf dem Laptop ist eine KI-Recruiting-Software zu sehen, die Bewerbungen bewertet und unterschiedlich einstuft.

Faire KI in der Lehrlingssuche: Warum der Mensch zählt

KI kann Bewerbungen vorsortieren. Doch wer nur nach bekannten Mustern sucht, übersieht womöglich junge Talente.

KI kann ähnliche Bewerbungen unterschiedlich bewerten – deshalb braucht es menschliche Kontrolle.

KI-Systeme können Recruiting-Teams entlasten. Neutral sind sie deshalb nicht automatisch: Sie lernen aus vorhandenen Daten und können dabei unfaire Muster übernehmen. Auch wenn Angaben wie Geschlecht oder Herkunft nicht abgefragt werden, können andere Merkmale – etwa Bildungswege oder Formulierungen – als indirekte Hinweise wirken.

Bei der Lehrlingssuche ist das besonders relevant. Jugendliche stehen am Anfang ihres Berufswegs; Noten und bisherige Erfahrung zeigen nicht immer ihre Motivation und ihr Potenzial. Eine automatisierte Vorauswahl sollte deshalb nie ungeprüft über Chancen entscheiden. Unternehmen sollten ihre Kriterien regelmäßig kontrollieren und KI-Empfehlungen von einer verantwortlichen Person prüfen lassen.

Warum Lehrberuf.info darüber schreibt

Lehrberuf.info bringt Unternehmen und Jugendliche rund um die Lehrstellensuche zusammen. Deshalb betrifft uns auch die Frage, wie junge Menschen Zugang zu Ausbildungsplätzen erhalten. Wenn KI-Bewerbungen vorsortiert, kann sie beeinflussen, wer überhaupt wahrgenommen wird. Wir möchten Unternehmen für einen verantwortungsvollen Einsatz digitaler Werkzeuge sensibilisieren – damit neben effizienten Abläufen auch individuelle Fähigkeiten und unterschiedliche Bildungswege berücksichtigt werden.

Drei Fragen für Unternehmen: Wurde das System auf mögliche Benachteiligungen geprüft? Welche Kriterien beeinflussen seine Empfehlungen? Und wer kontrolliert die Ergebnisse im laufenden Einsatz?

Der EU AI Act führt Recruiting-Systeme unter bestimmten Voraussetzungen als Hochrisiko-KI. Laut aktuellem Zeitplan der EU-Kommission gelten die entsprechenden Pflichten für Systeme aus Anhang III ab 2. Dezember 2027. Welche Anforderungen im Einzelfall greifen, hängt vom konkreten System und seiner Nutzung ab.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Rechtsberatung.