You are here

Die Lehre im europäischen Vergleich - Teil 2

Hier kommt Teil 2 von "Andere Länder, andere Sitten, andere Lehre" - diesmal stellen wir euch die verschiedenen Schul- und Lehrsysteme in Großbritannien, Spanien und Italien vor.
Veröffentlicht am 27.07.2021
Die Lehre im europäischen Vergleich - Teil 2

Andere Länder, andere Sitten, andere Lehre – Teil 2

In unserem ersten Teil über die unterschiedlichen Ausbildungsmodelle Europas haben wir dir gezeigt, wie die Jugendlichen in der Schweiz, Deutschland und Frankreich ihre Berufsausbildung starten. Dieses Mal nehmen wir die Länder Großbritannien, Spanien und Italien unter die Lupe.

Großbritannien

Eine duale Ausbildung wie es sie in Österreich gibt, findet man in Großbritannien eher weniger. Denn nach der Schulpflicht bereiten Kurse und Programme auf den zukünftigen Beruf vor. Das Berufsbildungssystem ist modular aufgebaut. Für einen Berufsabschluss werden die Module im Sinne eines Baukastenprinzips zusammengerechnet. Bereits in der ersten Sekundarstufe haben die Jugendlichen die Möglichkeit, berufsbezogene Fächer zu wählen oder ein Praktikum bei einem Unternehmen zu absolvieren. Mit 16 Jahren schließen die Jugendlichen die erste Sekundarstufe mit dem GCSE (General Certificate of Secondary Education) ab. Danach können sie sich zwischen einer Oberstufenschule, einer weiteführenden Sekundarschule und einem praxisbezogenen Lernprogramm entscheiden.

Spanien

In Spanien gibt es eine Schulpflicht bis 16 Jahre. Nach Abschluss der ESO (Educación Secundaria Obligatoria) können die Jugendlichen zwischen einem berufsbildenden Weg und einer freiwilligen schulischen Weiterbildung – der Educación postobligatoria – wählen. Wenn sich die Jugendlichen für den Bildungsweg entscheiden, besuchen sie ein sogenanntes Instituto. Dieses schließen sie mit dem Bachillerato ab – ähnlich unserer Matura. Den berufsbezogenen Weg schließen die Jugendlichen nach zwei Jahren ab, nach einem kombinierten Schulbesuch und längerem Praktikum in einem Unternehmen. Nach diesem Abschluss ist man ein sogenannter Técnico Auxilir – ein Fachgehilfe. Seit einigen Jahren, etwa seit 2013, bieten einige Unternehmen ein „eingedeutschtes“ Berufsausbildungskonzept an. Also eine duale Ausbildung, ähnlich unserer Lehre.

Italien

Nachdem die Jugendlichen die staatliche Abschlussprüfung der Sekundarstufe eins abgelegt haben, können sie die zweite Sekundarstufe besuchen. Diese dauert zwischen drei und fünf Jahren, je nach Ausbildungsweg:

  • Liceo (Gymnasium): bereitet auf ein allgemeines Hochschulstudium vor
  • Istituto Tecnico (Fachoberschule): ist praxisorientiert mit der Möglichkeit zur allgemeinen Hochschulreife
  • Istituto Professionale (Berufsfachschule): bereitet auf einen späteren Beruf vor, nach fünf Jahren kann auch die Hochschulreife absolviert werden, es werden etwa 180 Berufe angeboten

Neben den drei Möglichkeiten kann man auch eine Apprendistato, eine betriebliche Ausbildung, absolvieren. Je nach Region unterscheiden sich hier die Ausbildungsinhalte, Dauer, Bildungsziele und Unterrichtweise. Besonders im Handel und im handwerklichen Bereich kommt die Apprendistato häufig vor. Während der praxisbezogenen Ausbildung im Unternehmen gibt es auch theoretischen Unterricht. Dieser ist allerdings nicht verpflichtend.

Welche Länder sollen wir euch als nächstes vorstellen? Schickt uns eure Wunsch-Länder doch direkt auf Instagram